Besinnliches

Glocken

Musik zum Eingang

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen …

Amen

Einen guten Morgen Ihnen allen, seien Sie, seid alle herzlich willkommen zum Gottesdienst am Sonntag Okuli, dem 3. Sonntag der Passionszeit.

Der Sonntag Okuli, das bedeutet: Augen, hat seinen Namen von einem Vers aus Psalm 25: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn“.

Kann man Gott sehen?

Das irritiert uns, sind wir doch von Gottes Unsichtbarkeit überzeugt. Wir werden hören, dass die biblischen Schriften davon ausgehen, dass wir Gott sehen, hören und erkennen können. Und wir deshalb unsere ganze Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfähigkeit auf ihn richten können. Warum sollten wir das tun? Um unsere Hoffnung zu stärken, sagt der Psalmbeter, die Psalmbeterin. „Meine Augen sehen stets auf den Herrn, denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.“ Unsere Hilfe kommt von Gott.

Lied Liebster Jesu, wir sind hier EG 161,1-3

Psalm 25 EG 713

Liebevoll ruht dein Blick auf uns, Gott.

Hier zu sitzen und angesehen zu sein – das tut gut.

Sehen und nicht werten –

hinschauen und aushalten –

ansehen und nicht beobachten –

das fällt uns oft schwer, Gott.

Wir lernen es von dir.

Und wir merken:

Ein liebevoller Blick, der auf uns ruht, tut gut.

Der ändert uns.

Gott, sieh uns an.

Dann können wir uns ändern.

Das bitten wir dich heute.

 

Gott, lass uns auch selbst hinschauen auf dich.

 

Auf das Leben, das sich schenkt,

auf den Schmerz, der um andere leidet,

auf den Zorn, der Gerechtigkeit sucht,

auf die Ohnmacht, die die Liebe durchhält,

auf das Leiden, das den Leidenden nahekommt,

auf den Tod, der den Tod zerbricht.

Lass uns hinschauen auf Jesus, deinen Christus, unser Heil, in unserem Gegenüber.

Lass uns dich erkennen im Angesicht unseres Nächsten.

 

Hör uns, wenn wir zu dir beten.

 

Wenn ich dich anrufe, …

 

Meine Hoffnung und meine Freude EG 576

 

Schriftlesung

Im Buch des Propheten Jeremia hören wir die Klage eines Menschen, der nicht anders kann, als auf Gott zu sehen, von Gott zu sprechen, an Gott zu denken, und der dadurch schreckliches Leid erfährt. Ich lese Jeremia 20, die Verse 7-13.

 

Wochenlied Jesu, geh voran EG 391, 1-4

 

Liebe Gemeinde,

liebe Schwestern und Brüder,

 

können wir Gott sehen?

 

Überfüttert mit einem regelrechten Bildersalat, verlernen wir heute mehr und mehr das Hinschauen, das genaue Hinschauen, das verstehen will, was es sieht.

Wir verlieren auch das liebende Betrachten, das in etwas etwas anderes sieht. Zum Beispiel: Im Märzenbecher den nahenden Frühling, im Marienkäfer in der Fensterritze den Trotz, der den kalten Winter überdauert, im Grashalm, der durch den Asphalt drängt die Widerständigkeit des Lebens.

Radio hören, Bücher lesen, Geschichten aus dem Gedächtnis erzählen, und so Bilder im eigenen Innern entstehen lassen, geht mehr und mehr verloren. Wir machen uns abhängig von Bildern, die man uns vorstellt. Und damit ist auch eine Gefahr verbunden.

Jahreslosung 2020: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6, 36)